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im Main-Taunus-Kreis

Kelkheim: Schutz vor Lärm wird nicht ernst genommen

Lärmaktionsplan Hessen Stufe 3

In zahlreichen nationalen und internationalen Lärmwirkungsstudien, zuletzt auch in der vom Land Hessen in Auftrag gegebenen NORAH Studie, wurde die gesundheitsschädigende Wirkung von Lärm nachgewiesen.
Unter Verdrängung all dieser Erkenntnisse hat sich der Verkehrsausschuss des Kelkheimer Parlaments bei der 2. Runde des Lärmaktionsplans des Landes Hessen im Januar 2018 geweigert, auch nur einen Vorschlag zur Lärmminderung an den besonders lauten Straßen in Kelkheim zu verabschieden.

Der Lärmaktionsplan Stufe 3 (LAP 3) für Hessen wurde am 25. November veröffentlicht. Bis zum 21. Januar 2020 können Kommunen und Bürger Stellungnahmen abgeben.
Kelkheim wird ab der Seite 439 des LAP behandelt. Besonders mit Straßenlärm belastet sind die Kelkheimer Straße im Ortsteil Fischbach, die Fischbacher Straße, die Bahnstraße, die Frankfurter Straße, die Königsteiner Straße im Bereich des „Münsterer Knoten“ und der Gagernring in Kelkheim Mitte und Hornau.

Da die Stadt Kelkheim bei der 2. Öffentlichkeitsbeteiligung keine Vorschläge für eine Lärmminderung gemacht hat, sieht das RP Darmstadt im LAP auch keine Maßnahmen vor.
Trotz Überschreitung der Lärmwerte hat Hessen Mobil bislang für diese Straßen keine schalltechnische Berechnung geliefert, die der nächste Schritt für die Einführung einer verpflichtenden Lärmminderungsmaßnahme wäre. Für den Gagernring steht trotz einer Erinnerung durch das RP Darmstadt immer noch eine Stellungnahme der Stadt Kelkheim aus. Angeforderte Lärmberechnungen hat die Stadt Kelkheim bisher nicht vorgelegt. Der Lärmschutz für die stark belasteten Anwohner dieser Straßen steht entsprechend weiterhin irgendwann in der Zukunft oder gar in den Sternen.

Zusätzlich bietet die Lärmaktionsplanung die Möglichkeit, Naherholungsgebiete der Bevölkerung vor einer Lärmzunahme zu schützen, indem sie diese als „ruhiges Gebiet“ ausweist. Doch selbst die gerne von der Bevölkerung genutzten parkähnlichen Grünzonen am Liederbach/Mühlgrund und in den Sindlinger Wiesen will die Stadt Kelkheim nicht vor Lärm schützen.
Der BUND Kelkheim hat die Einführung von Tempo 30 vor einigen Jahren auf vielen Straßen in Kelkheim begrüßt, weil es dadurch leiser wurde und die Schadstoffemissionen sanken. Der BUND muss allerdings heute feststellen, dass diese positiven Effekte durch die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs zunichte gemacht wurden. Umso nötiger wäre eine sofortige und wirkungsvolle Lärmaktionsplanung in Kelkheim unter Einbeziehung des öffentlichen Personennahverkehrs.

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